Erziehungsarbeit und psychologische Aspekte des Trainings
Die Regulierung des psychischen Zustands des Trainers bei Wettkämpfen
Deutsche Zusammenfassung von Tyazhelaya Atletika. Ezhegodnik 1986 (Moskau: Fizkultura i Sport, 1986), S. 32–35: der Text ist eine Paraphrase, keine Übersetzung.
Ein Trainer, der einen Athleten oder eine Mannschaft leitet, erfüllt drei eng verbundene Funktionen: die erkennende, die regulierende und die kontrollierende. Unter den extremen Bedingungen des Wettkampfs verlangt dies eine beträchtliche psychische Zuverlässigkeit, die weitgehend vom Nervensystem abhängt. Für den Heber ist der extreme Moment meist der Versuch selbst, für den Trainer aber ist der ganze Wettkampf nahezu extrem, und er muss seine Emotionen, Gedanken und Handlungen die ganze Zeit vollständig beherrschen.
Stress verändert den emotionalen Zustand und die Herz-Kreislauf-Tätigkeit des Trainers sichtbar. Sein Puls erreicht im Training 114 Schläge/min und in kritischen Momenten 140–150, nahe an den eigenen Werten der Athleten; die Autoren fanden bei Gewichtheber-Trainern 120–130. Emotionale Überspannung gefährdet die Fähigkeit, Situationen objektiv zu beurteilen und den Verlauf des Kampfes vorauszusehen. Die Anspannung eines Athleten klingt durch energisches Handeln und Ermüdung ab, die eines Trainers aber kann lange anhalten, und Wettkämpfe dauern oft mehrere Tage. Viele Trainer klagen über Herzschmerzen und Schlaflosigkeit. Nach dem Training und nach angespannten Wettkämpfen werden Körperübungen empfohlen, doch sie können den psychischen Zustand allein nicht normalisieren. Die Autoren vertreten die Auffassung, dass die psychische Selbstregulation dem Verhalten und der Arbeitsfähigkeit des Trainers zugrunde liegen sollte, und sie prüften dies.
Das Experiment
Ein modifiziertes autogenes Training wurde bei 20 Verdienten Trainern der UdSSR und der Republiken im Alter von 38–50 Jahren während wichtiger Wettkämpfe erprobt. Es wurden zwei gleiche Gruppen gebildet. Nach dem Wettkampf hatte die Versuchsgruppe eine autogene Sitzung und machte Körperübungen, während sich die Kontrollgruppe passiv ausruhte. Gemessen wurde 0.5 h vor dem Wettkampf sowie 1–5 und 20–25 min danach: Herzfrequenz (Pulstachometer und Palpation), Blutdruck (nach Korotkov), komplexe visuell-motorische Reaktionszeit (Elektromyoreflexometer), geistige Aktivität (N. E. Malkow) sowie Wohlbefinden, Aktivität und Stimmung (WAS-Test).
Die Kennwerte änderten sich unmittelbar nach dem Wettkampf erheblich. Der deutliche Blutdruckanstieg unter Erregung erklärt sich dadurch, dass die Kapillarkapazität nicht genug zunahm, während die Muskeln keine Arbeit leisteten; häufige Wiederholung kann bei schnellerem Puls zu ungünstigen Verschiebungen und später zu Pathologien führen. Eine längere Reaktionszeit und langsameres Denken behindern schnelle, fundierte Entscheidungen während des Wettkampfs und bei der Planung der Taktik danach. In der Erholung lagen fast alle Kennwerte der Versuchsgruppe viel näher am Ausgangswert als die der Kontrollgruppe; das autogene Training beschleunigt also die Wiederherstellung des psychophysiologischen Zustands des Trainers.
Methode
Die Trainer erlernten die Methode in Trainingslagern in Gruppen von 7–9, entspannt in einem vorbereiteten Raum mit Athleten. Eine Schlüsselbedingung ist die Fähigkeit, den eigenen Zustand zu beobachten, anhand der Empfindungen von Anspannung, Ermüdung und Aktivität, physiologischer Kennwerte (Herzfrequenz, Hautwiderstand) und der Testergebnisse für höhere psychische Funktionen; ihr Studium unter Belastung, Ermüdung oder Konflikt beschleunigt das Lernen. Wenn sie das autogene Gefühl der Entspannung und Wärme in den Muskeln und den „Ausstieg“ aus dem Phasenzustand beherrschen, nutzen die Trainer modifizierte Formen mit Übungen (Dehnen, Rumpf- und Armübungen, Koordinations- und Aufmerksamkeitsübungen) für 7–14 min.
Manche Trainer klagen bei wichtigen Wettkämpfen über Gereiztheit, Hast und abrupte Bewegungen. Nach Gesprächen mit ihnen, mit Kollegen und Athleten und nach Beobachtung wurden spezielle Formeln entwickelt, am besten mit Hilfe eines Fachmanns. Beispiele:
- in Streitigkeiten beobachte ich meinen Zustand, spreche ruhig, bleibe zurückhaltend und selbstkritisch;
- in extremen Situationen sind meine Handlungen fundiert und unhastig, und ich weise ruhig an;
- gute Beziehungen nützen Gesundheit und Ergebnissen; unbegründete Ziele und Versprechen schaden ihnen;
- ich schaffe eine gute Einstellung zu den Plänen und vertraue mir und meinen Athleten;
- im Konflikt bleibe ich ruhig, vermeide kategorische Aussagen und beurteile die Umstände schnell;
- ich verbessere das Training ständig und suche einen wissenschaftlichen Ansatz;
- im Wettkampf beobachte ich, wie der Athlet die Anweisungen befolgt, seinen Zustand nach den Versuchen sowie Zeichen von Ermüdung und Emotion;
- bei Entscheidungen wäge ich Erfahrung, Vorbereitung und Zustand des Athleten, Bedingungen, die Ansichten anderer und wissenschaftlichen Rat ab.
Dies sind nur Beispiele; jeder Trainer braucht einen individuellen Ansatz, da ungeeignete Formeln versagen können. Die rechtzeitige Beurteilung des Zustands, das stille Wiederholen der Formeln und das Abrufen der erforderlichen Vorstellungen regulieren den psychischen und körperlichen Zustand unter allen Bedingungen.
Ablauf der Sitzung
Bei den Wettkämpfen folgten die Trainer diesem Plan:
- Selbstbeobachtung, bequeme Haltung, beruhigende Atmung.
- Autogene Entspannung und Wärme in Gliedmaßen, Rumpf, Hals und Gesicht.
- Wärme in der Herzgegend, Regulierung von Herz und Atmung.
- Entspannung und Wärme in allen Muskeln, Ruhe, Erholung.
- Präzisierung der Arbeitsrichtung, Korrektur des Verhaltens.
- „Ausstieg“ aus dem Phasenzustand.
- Körperübungen.
- Überprüfung der Wirkung der Sitzung und des eigenen Zustands.
- Vorbereitung auf die Arbeit.
Diese Maßnahmen beseitigten Gereiztheit und nervlich-emotionale Anspannung, verringerten die Ermüdung, beschleunigten die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, verbesserten die Funktion des Zentralnervensystems, die Beziehungen und das Wohlbefinden und halfen gegen Schlaflosigkeit, zum Nutzen von Verhalten und Ergebnissen der Trainer.